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Ein Festmahl mit Freunden

Der Schnee glitzert auf dem Fenster. Durch das Glas schaut ein einsamer Herr, hoffend wenigstens eine Menschenseele vor seinem Tor zu sehen.

Es ist Heiligabend und die Sonne senkt sich über seinem Haus ab… Die Lichter, die die Stadt bezaubernd schmücken, werden bald erleuchten.

„Der Tag ist fast zu Ende und ich habe nicht einmal einen Anruf bekommen.“, flüstert er traurig zu sich selbst.

„Ich war immer da für sie, wenn sie eine Bitte hatten. Und jetzt, wenn wir ein paar Tage hätten zusammen sein können, haben sie meine Einladung abgelehnt, entweder weil sie keine Zeit haben oder nicht kommen können… Und heute, nicht einmal ein einfacher Anruf?”

Ein paar Straßen entfernt, genauso traurig, schaut eine Katze von einem Auto aus wie die Sonne untergeht.

„Miau. Ich bin so hungrig…! Seid drei Tagen habe ich nicht mehr gegessen.

Vielleicht war dieser mein letzter Tag…! Alles, was ich noch machen kann, ist singen, um mich noch warm zu halten. Miau, miau, miau!”

„Wau, wau! Katze, du weckst das ganze Viertel auf!”

„Miau, du hast mich erschrocken! Bitte, bitte friss mich nicht…”

„Wau! Und was würde ich gewinnen, wenn ich so eine magere Katze wie dich fressen würde? Anstatt hier weiter zu frieren, lass uns irgendwo hingehen, wo es besser ist!”

Und so schließt die Katze sich dem Hund an, in seinem Fell  sich gegenseitig warm haltend.

„Miau. Ist dies dort eine Krähe? Hund, schnell! Ich weiß, dass sie nicht am besten schmeckt, aber, komm, wir gehen und fressen sie! Ich sterbe vor Hunger, ich würde alles fressen!”

„Katze…! Ach! Warte, wir schauen, ob wir sie noch retten können…!”

Beide entdecken, dass der Vogel noch atmet. Der Hund legt sich sanft auf ihn, um ihn zu wärmen.

„Ich verstehe dich nicht!”, jammert die Katze, „Willst du, dass wir vor Hunger sterben?!”

„Versteh doch, Mietze. Du wirst nicht drei Monate Winter von einer einzigen Krähe überleben. Wenn ich dein Leben verschont habe, bitte ich dich, dass du sie auch in Frieden lässt.”

Die Krähe hat all dies gehört. Sehr gerne schließt auch sie sich ihnen an.

Die drei setzen ihren Weg fort, als plötzlich die Krähe wegfliegt. Nach einer Weile kehrt sie mit einer Maus in ihrem Schnabel zurück.

„Krah! Krah! Krah! Ich habe diesen Kleinen gesehen, wie er sich an einem Kanaldeckel wärmte. Er war ohne eine schützende Mutter und ohne sonst jemanden auf der Straße. Ich habe Mitleid bekommen. Krah!”

„Mi…Mi…Mitleid?”, fragt das kleine Mäuschen. „Piep, piep! Eine Krähe und eine Katze und ein Hund, im Winter, wollen mich nicht fressen?!”

„Es ist mein letzter Winter…”, antwortet die Katze sanft. „Und ich will ihn nicht verzweifelt führen, jeden fressend, wenn das mir nur ein paar Lebensstunden schenken würde.”
„Doch wenn wir zusammen bleiben…”, führt die Krähe fort, „verbringen wir die letzen Tage unter Freunden.”

Den Hund haben diese Worte tief beeindruckt. Sonst niemand anders gefunden, führt er seine neue Freunde vor ein Haus und sagt ihnen seine Geschichte:

„Wau, wau, hört mir aufmerksam zu! Ich kenne einen sehr guten Menschen, der sein ganzes Leben seinen Lieben geholfen hat. Er hat für dieses Weihnachten einen großen Tisch vorbereitet, um sich zusammen mit der ganzen Familie, mit Freunden und allen, die er kennt, zu freuen! Alle haben freie Zeit an diesen Tagen, aber niemand ist zu ihm gekommen, nicht einmal eine einzige Person hat seine Türschwelle überschritten, nicht eine einzige hat ihn angerufen.

Dann hat dieser traurige, aber auch innerlich verärgerte, Mann zu seinem Freund gesprochen:

„Das vorbereitete Essen wird kalt, das ganze Haus ist mit Licht geschmückt und ist voll mit Kerzen, aber… ohne die Eingeladenen! Geh, bitte, auf alle Straßen und such jeden Kanaldeckel ab und bring jeden, der wünscht, an meiner Freude teilzuhaben!”

„Wohnt vielleicht dieser Mann hier?”, bemerkt die Katze mit großen Augen ein schön geschmücktes Haus.

„Wau, genau hier. Und der Mann aus der Geschichte ist mein Herrchen. Mich hat er geschickt, ich bin sein Freund. Bitte, kommt rein. Ihr seid seine Gäste.

Und das Essen ist rein pflanzlich und mit allen Nährstoffen, die jeder von euch braucht. Ich bin glücklich euch als Freunde zu haben!”

Durch das Fenster voll mit Schnee, wo früher ein einsamer Mann zu sehen war, kann man jetzt eine Gruppe von Freunden sehen, die sonst vielleicht nie miteinander kommuniziert hätten.

Aber die Liebe hat sie zusammen gebracht.

Das Ende.

Illustrationen und Autorin: Laura Elena Bularda